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Das müssen Arbeitgeber bei der betrieblichen Altersvorsorge beachten (2)

Die Direktzusage ist der am häufigsten genutzte Durchführungsweg der bAV. Dabei übernimmt der Arbeitgeber selbst die Rolle eines Versorgers: Er verpflichtet sich gegenüber seinen Mitarbeitern dazu, die zugesagten Leistungen im Falle von Alter, Tod und/oder Invalidität zu zahlen.

Der Arbeitgeber muss sich dabei nicht nur um die gesamte Abwicklung der Versicherung kümmern. Er trägt auch alle Risiken, die damit verbunden sind. Er muss beispielsweise eine vereinbarte Rentenzahlung übernehmen, wenn die zu versorgenden Angestellten sehr alt werden.


Vorteil: langjähriger Steuerstundungseffekt
Das mag in einigen Unternehmen als Nachteil aufgefasst werden. Es gibt aber auch Vorteile: So hat der Arbeitgeber beispielsweise große Freiheiten bei der Frage, wie genau die Altersversorgung denn aussehen soll.

Weiter muss der Arbeitgeber in seiner Bilanz gewinn- und damit steuermindernde Pensionsrückstellungen bilden. Diese werden bei Auszahlung der Leistungen erneut gewinn- und steuererhöhend aufgelöst. Der Vorteil: Meistens profitiert das Unternehmen von einem langjährigen Steuerstundungseffekt.

Wie das Geld angelegt wird, steht dem Arbeitgeber frei
Bei der Direktzusage steht es dem Arbeitgeber völlig frei, ob er zur Finanzierung der zugesagten Leistungen eine Kapitalanlage vornimmt oder ob er die Liquidität für Unternehmensinvestitionen einsetzt und die Versorgungsleistungen bei Fälligkeit aus dem Cashflow finanziert.

Wichtig ist in jedem Fall: Der Arbeitgeber muss dafür sorgen, dass im Versorgungsfall die zur Erfüllung seines Versprechens erforderlichen Mittel zur Verfügung stehen. Experten raten daher, frühzeitig Kapital anzusparen.

Entscheidet sich der Arbeitgeber für eine Kapitalanlage, so kann er zwischen zwei Möglichkeiten wählen: eine sogenannte Rückdeckungsversicherung und alternativen Rückdeckungsformen.

Die Rückdeckungsversicherung springt im Leistungsfall ein. Sie eignet sich besonders gut, um vorzeitige Versorgungsfälle abzusichern, also Berufsunfähigkeit oder Tod. Denn deren finanzielle Belastungen sind nicht planbar.

Zur Absicherung von Altersleistungen, die weitgehend kalkulierbar sind, eignen sich jedoch vor allem alternative Rückdeckungsformen, zum Beispiel über einen Investmentfonds.

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